Wenn in einsam stillen Stunden
meine Seele ihre Schwingen faltet,
um ins tiefe Meer hinabzutauchen
längst vergang’ner Zeiten,
folgt sie voller Sehnsucht Orgeltönen,
die aus Purpurtiefen klingen,
die dem Sang des Werdens klingen,
in uralter Melodie.
Ferner Priester Glocken läuten in Atlantis,
und in weißen Tempelmauern,
die im Kranz versunk’ner Wälder liegen,
herrscht ein Raunen.
Wie von Litaneien und Gebeten,
die den längst entthronten Göttern galten,
die Ihr Antlitz in dem Meeresgrunde hüllten.
Rätselhafte Stimmen sprechen Worte,
die ich nicht verstehe.
Während ich die Pfade abwärts gehe,
schreiten stumme Schatten mir zur Seite.
Zögernd steige ich hinab die Stufe,
deren Marmor in der Tiefe brennt,
folge unsichtbarem Rufe,
der mich bei altem Namen nennt.
Am dunk’len Tor steht wartend ein
Gefährte.
Ist es der Tod, ist es ein Ende?
Er grüßt, mit segnender Gebärde
streckt er entgegen mir die Hände.
“Willkommen Bruder, du kehrst Heim, in
alte Zeiten.
Am Altare harren Deiner alte Riten.
Du hast gesühnt durch Deine Leiden.”
Ein Gong ertönt, noch blüh’n die alten
Mythen.
Ich knie vor des Altares Stufen nieder,
in Opferflammen leuchten die Sigille.
Der alte Gott, er rief mich wieder
und güldner Schein durchbricht die Hülle.
(Autor leider unbekannt)
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