Wichtige Götter im germanischen Heidentum
Asen:
Odin (auch Wotan)
Thor
Frigg
Tyr
Sol
Loki
Eir
Heimdall
Baldr
Eostra
Wanen:
Freyr
Freyja
Njörd
Ausser Göttern und Menschen existieren u.a. Riesen, Zwerge, Elfen, Alben, Nornen, Walküren.
Die Welt des germanischen Heidentums ruht auf der Weltenesche namens Yggdrasil, eingeteilt in Asgard, Midgard und Udgard.
Thor ist ein gemeingermanischer Gott und taucht bei den Nordgermanen eben als Thorr, bei den Schwaben als Donar, bei den Sachsen und Friesen als Thuner und bei den Angelsachsen als Thunor auf. Sein Name stammt vermutlich von der indogermanischen Wurzel *stan “donnern, dröhnen”. Thor herrscht also über den Donner, er kann auch Regen, Blitz, Fruchtbarkeit und guten Fahrtwind erzeugen.
Durch die Wolken fährt der rotbärtige Gott in einem Wagen, der von zwei Böcken gezogen wird. Er hat als Attribute den Hammer Mjölnir, den Kraftgürtel Megingiardar und ein Paar Eisenhandschuhe. Er ist der Sohn Odins und der Gemahl der Sif. Von allen Göttern besitzt er die größte Körperkraft. Die Hauptaufgabe Thors besteht darin, die Götter- und Menschenwelt vor den Riesen zu schützen. Unermütlich zieht er aus um mit seinem Hammer Riesen zu erschlagen. “Wäre nicht Thor, längst hätten die Trolle die Erde öd gelegt”, heißt es in einem norwegischen Sprichwort.Thor ist auch zum Schutzgott der Reisenden geworden. Die Göttersagen der EDDA und der sogenannten Snorri-Edda schildern mit Vorliebe derbe und groteske Schwänke über seine Abenteuer. So holt sich Thor in der Verkleidung einer Braut seinen Hammer von dem Riesenfürsten Thrym wieder, der es gewagt hatte dafür die Göttin Freyja als Pfand zu fordern. In der Wette mit dem Riesen Utgardaloki trinkt er aus einem Horn dessen Spitze ins Weltmeer reicht. Durch seinen gewaltigen Zug aus dem Horn entstehen Ebbe und Flut.Im Kampf mit dem Riesen Hrungnir zerschmettert Thor diesem zwar den Schädel, aber das Stück eines von Hrungnir geschleuderten Schleifsteins bleibt ihm im dabei im Kopf stecken. Diese “Götterkomik” stellt aber keine Respektlosigkeit dar – sie läßt den übermächtigen Gott nur menschlich näher erscheinen, so menschlich nah, wie man das Verhältnis des Germanen zu seinem Gott überhaupt beschreiben kann, der für ihn meist ein “fulltrui”, ein Treufreund, ist. In der Eyrbyggja-Saga verläßt der angesehene mit dem König verfeindete Thorolf Norwegen aufgrund eines Orakels, bei dem er den Gott Thor befragt hatte.Er bricht nach Island auf. Die wichtigsten Teile des Thor-Tempels werden mitgenommen. Darunter auch ein Hochsitzpfahl mit dem geschnitzten Gesicht des Gottes. Thorolf läßt auf See diesen über Bord werfen, um dort zu siedeln, wo der Pfahl an Land treibt.Auch in der Übergangszeit vom Heidentum zum Christentum spielt Thor weiterhin eine Rolle, wie man beispielsweise an jenem Mann erkennen kann, der zwar schon Christ geworden war, aber wenn er zur See fahren wollte, zum Schutz lieber den Thor anrief. Oder an jener Frau, die dem Missionar Thangbrand gegenüber verlauten ließ: “Hast Du gehört, daß Thor den Christ zum Zweikampf herausgefordert hat, aber Christ wagte es nicht, sich mit Thor zu schlagen.”Der Hammer war in Skandinavien eines der verbreitetsten heiligen Zeichen und findet sich u.a. auf Grabplatten. Mit hölzernen oder ehernen Hämmern wurden Ehen eingesegnet. Die Sagas berichten, das Väter ihre Söhne dem Thor weihten. Im Ragnarök, dem Götterschicksal, erschlägt er die riesige Midgardschlange, stirbt aber durch ihren giftigen Atem. In der neuen Welt werden seine Söhne Magni und Modi wieder den Mjölnir tragen.
Odin gilt als der germanische Himmelsgott, sowie Kriegs- und Totengott, Gott der Runenweisheit und als All- oder Göttervater. Er wird auch als Wuotan (ahd. der Wütende), Wodan (niederdt.), Wotan (oberdt.) bezeichnet.
Er wird von den den Wölfen Freki und Geri und den Raben Huginn und Muninn begleitet. Da er Mimir einst eines seiner Augen verpfändet hat, wird er oft einäugig dargestellt.
Loki gilt als der Trickser im germanischen Götterhimmel. Er ist halb Gott, halb dämonischer Riese und kann sich in verschiedene Gestalten – wie den Adler, den Lachs oder eine Stute verwandeln.
Er stiftet den blinden Höd an, mit einem giftigen Mistelzweig auf Balder zu zielen. Zur Strafe wird er von den Göttern an einen Fels gekettet, wo eine Schlange ihr Gift über sein Gesicht tropfen läßt.
Seit der Christianisierung wird Loki mit Luzifer gleichgesetzt.
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