Archiv für die Kategorie „Sinnsprüche / Gedichte“
Da alles froh erscheint?
Man sieht dir’s an den Augen an;
Gewiß! du hast geweint.
“Und hab’ ich einsam auch geweint,
So ist’s mein eigner Schmerz,
Und Tränen fließen gar so süß,
Erleichtern mir das Herz.”
Die frohen Freunde laden dich:
O, komm an unsre Brust!
Und was du auch verloren hast,
Vertraure den Verlust.
“Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht,
Was mich, den Armen quält.
Ach nein, verloren hab’ ich’s nicht,
So sehr es mir auch fehlt.”
So raffe den dich eilig auf,
Du bist ein junges Blut.
In deinen Jahren hat man Kraft
Und zum Erwerben Mut.
“Ach, nein, erwerben kann ich’s nicht,
Es steht mir gar zu fern.
Es weilt so hoch, es blinkt so schön,
Wie droben jener Stern.”
Die Sterne, die begehrt man nicht,
Man freut sich ihrer Pracht,
Und mit Entzücken blickt man auf
In jeder heitern Nacht.
“Und mit Entzücken blick’ ich auf
So manchen lieben Tag;
Verweinen laßt die Nächte mich,
So lang ich weinen mag.”
| Wenn dein Herz so überwältigt ist von Mitgefühl, weil du das Leid der Menschheit siehst, dass du Gänsehaut hast und Tränen unfreiwillig deine Wangen herunterlaufen, dann bist du in deinem natürlichen Zustand. Und wenn du so überwältigt bist von Hingabe, weil du die Schönheit aller fühlenden Wesen siehst, dass du Gänsehaut hast und Tränen unfreiwillig deine Wangen herunterlaufen, dann bist du in deinem natürlichen Zustand. Urgyen Tulku ( tibetisch-buddhistischer Lama, der in der Einsiedelei von Nagi Gompa in Nepal lebte. 1920 – 1996) |
Wer keine Ungerechtigkeit vertragen kann, gelangt selten zu Ansehen in der Gegenwart, und wer es kann, verliert den Charakter für die Zukunft.
(Johann Gottfried Seume)
Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit.
(Platon)
Wer Unrecht, das ihm zugefügt wird, schweigend hinnimmt, macht sich mitschuldig.
(Mahatma Gandhi)
Zweimal ungerecht. — Wir fördern mitunter die Wahrheit durch eine doppelte Ungerechtigkeit, dann nämlich, wenn wir die beiden Seiten einer Sache, die wir nicht imstande sind zusammen zu sehen, hintereinander sehen und darstellen, doch so, dass wir jedesmal die andre Seite verkennen oder leugnen, im Wahne, das, was wir sehen, sei die ganze Wahrheit.
(Friedrich Nitzsche)


















