Archiv für die Kategorie „Metaphern“
Wenn Du einmal bekommst, wonach Du strebst, und wirst König für einen Tag, dann schau in den Spiegel und sieh Dich an; und höre, was der Mensch Dir sagt. Es ist nicht die Mutter, der Vater, oder Frau, die hier über Dich befinden. Der Mensch, dessen Urteil am meisten hier zählt, ist der Mensch in Deinem Spiegel. Dem musst Du gefallen, den anderen nicht, denn nur er bleibt Dir bis zuletzt treu. Und Du hast Deine schwierigste Prüfung bestanden, wenn er sagt, er ist Dein Freund. Vielleicht bist Du schlau, hast vieles vollbracht, und willst weiterhin Deinen Weg gehen, doch der Mensch im Spiegel sagt: “Du bist ein Nichts!”
Kannst Du ihm nicht ins Gesicht sehen. Die Welt kannst Du täuschen über Jahre hinweg, wenn der Unehrlichkeit Du Dich fügst, doch die letzte Belohnung sind Tränen und Schmerz, wenn Du den Menschen im Spiegel betrügst.
Anonym
Ein Mann fand eines Tages seine Axt nicht mehr. Er suchte und suchte, aber sie war verschwunden. Der Mann wurde ärgerlich und verdächtigte den Sohn seines Nachbarn, die Axt genommen zu haben. An diesem Tag beobachtete er den Sohn seines Nachbarn ganz genau. Und tatsächlich: Der Gang des Jungen war der Gang eines Axtdiebs. Die Worte, die er sprach, waren die Worte eines Axtdiebs. Sein ganzes Wesen und sein Verhalten waren die eines Axtdiebs. Am Abend fand der Mann die Axt durch Zufall hinter einem großen Korb in seinem eigenen Schuppen. Als er am nächsten Morgen den Sohn seines Nachbars erneut betrachtete, fand er weder in dessen Gang, noch in seinen Worten oder seinem Verhalten irgendetwas von einem Axtdieb.
(unbekannter Verfasser)
Eines Tages wurde Michelangelo von einer reichen Familie beauftragt, eine Statue von außergewöhnlicher Schönheit zu erstellen. Er suchte daraufhin nach einem geeigneten Marmorblock. Nach einer ganzen Weile fand er in einer Seitenstraße einen fast vollkommen von Unkraut überwucherten Block, der dort vergessen worden war. Diesen Marmorblock ließ Michelangelo von seinen Arbeitern in sein Atelier bringen. Dann begann er damit, die Statue des David aus dem Stein zu hauen. Dafür brauchte er zwei ganze Jahre. Und zwei weitere Jahre dauerte es, bis er die Statue durch Schleifen und Polieren fertig stellte.
Als die Statue feierlich enthüllt wurde, waren viele Menschen gekommen, um die unvergleichliche Schönheit des David zu bewundern. Man fragte Michelangelo, wie es ihm denn möglich gewesen war, eine so wunderschöne Statue zu erschaffen. Der Bildhauer sprach: “Der David war immer schon da gewesen. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen.”
(unbekannter Verfasser)
Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand
entlang ging, sah er vor sich einen jungen Mann, der
Seesterne aufhob und ins Meer warf.
Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn,
warum er das denn tue. Die Antwort war, dass die
gestrandeten Seesterne sterben würden, wenn sie bis
Sonnenaufgang hier liegen bleiben.
“Aber der Strand
ist viele, viele Kilometer lang und tausende Seesterne
liegen hier”, erwiderte der Alte. “Was macht es also
für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?”
Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner
Hand und warf ihn in die rettenden Wellen. Dann meinte er:
“Für diesen hier macht es einen
Unterschied!”
(unbekannter Verfasser)









