Archiv für die Kategorie „Metaphern“
Gespräch zwischen zwei Seelen
2 kleine Seelen philosophieren im Bauch ihrer Mama
„Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ … (nach Henry Nouwen)
Die Geschichte zweier Freunde
Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der
Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug
dem anderen im Affekt ins Gesicht.Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen,
kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:
“Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht
geschlagen.”
Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf
zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu
nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb
auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken.
Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter
Minute.
Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder
erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende
Worte hinein:
“Heute hat mein bester Freund mir das Leben
gerettet.”
Der Freund, der den anderen geschlagen und auch
gerettet hatte, fragte erstaunt: “Als ich dich
gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand
geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen
Stein. Warum?”
Der andere Freund antwortete: “Wenn uns jemand
gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand
schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder
auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für
uns gut ist, dann können wir das in einen Stein
gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann.”
Das schöne Herz
Es war einmal ein junger Mann, der stellte sich auf den Marktplatz und erklärte, dass er das schönste Herz im Ort habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.Es gab keinen Fleck oder Fehler an ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, er hatte wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der Junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: ” Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines.”
Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranzte Ecken, genauer gesagt…..an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten ihn an: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: ” Du musst scherzen ” sagte er, ” dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinanader aus Narben und Tränen.”
“Ja”, sagte der alte Mann, “deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige rauhe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.”
” Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens wieder gegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde…… und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist? ”
Der junge Mann stand still und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem Alten mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es ausgefranzte Ränder hatte. Der Junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg. Seite an Seite.
Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat……..
Nerben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat…………
(Autor unbekannt)
Foto: hugo_nicci, „Gefesseltes Herz“ Some rights reserved. Quelle: piqs.de
Der Mensch in deinem Spiegel
Wenn Du einmal bekommst, wonach Du strebst, und wirst König für einen Tag, dann schau in den Spiegel und sieh Dich an; und höre, was der Mensch Dir sagt. Es ist nicht die Mutter, der Vater, oder Frau, die hier über Dich befinden. Der Mensch, dessen Urteil am meisten hier zählt, ist der Mensch in Deinem Spiegel. Dem musst Du gefallen, den anderen nicht, denn nur er bleibt Dir bis zuletzt treu. Und Du hast Deine schwierigste Prüfung bestanden, wenn er sagt, er ist Dein Freund. Vielleicht bist Du schlau, hast vieles vollbracht, und willst weiterhin Deinen Weg gehen, doch der Mensch im Spiegel sagt: “Du bist ein Nichts!”
Kannst Du ihm nicht ins Gesicht sehen. Die Welt kannst Du täuschen über Jahre hinweg, wenn der Unehrlichkeit Du Dich fügst, doch die letzte Belohnung sind Tränen und Schmerz, wenn Du den Menschen im Spiegel betrügst.
Anonym
Metapher vom Axtdieb
Ein Mann fand eines Tages seine Axt nicht mehr. Er suchte und suchte, aber sie war verschwunden. Der Mann wurde ärgerlich und verdächtigte den Sohn seines Nachbarn, die Axt genommen zu haben. An diesem Tag beobachtete er den Sohn seines Nachbarn ganz genau. Und tatsächlich: Der Gang des Jungen war der Gang eines Axtdiebs. Die Worte, die er sprach, waren die Worte eines Axtdiebs. Sein ganzes Wesen und sein Verhalten waren die eines Axtdiebs. Am Abend fand der Mann die Axt durch Zufall hinter einem großen Korb in seinem eigenen Schuppen. Als er am nächsten Morgen den Sohn seines Nachbars erneut betrachtete, fand er weder in dessen Gang, noch in seinen Worten oder seinem Verhalten irgendetwas von einem Axtdieb.
(unbekannter Verfasser)
Die Statue des Michelangelo
Eines Tages wurde Michelangelo von einer reichen Familie beauftragt, eine Statue von außergewöhnlicher Schönheit zu erstellen. Er suchte daraufhin nach einem geeigneten Marmorblock. Nach einer ganzen Weile fand er in einer Seitenstraße einen fast vollkommen von Unkraut überwucherten Block, der dort vergessen worden war. Diesen Marmorblock ließ Michelangelo von seinen Arbeitern in sein Atelier bringen. Dann begann er damit, die Statue des David aus dem Stein zu hauen. Dafür brauchte er zwei ganze Jahre. Und zwei weitere Jahre dauerte es, bis er die Statue durch Schleifen und Polieren fertig stellte.
Als die Statue feierlich enthüllt wurde, waren viele Menschen gekommen, um die unvergleichliche Schönheit des David zu bewundern. Man fragte Michelangelo, wie es ihm denn möglich gewesen war, eine so wunderschöne Statue zu erschaffen. Der Bildhauer sprach: “Der David war immer schon da gewesen. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen.”
(unbekannter Verfasser)
