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Archiv für die Kategorie „Indianer“

Buch deines Lebens

Aus dem Buch deines Lebens kannst du

keine Seiten heraustrennen,

aber immer wieder ein neues Kapitel beginnen.

(unbekannt)

ex libris 1730

Foto: fotodruide , „ex libris 1730“  Some rights reserved. Quelle: piqs.de

Wissen über den Weißen Mann

Die Kinder des weißen Mannes dürfen nicht mehr einzigartig sein. In der Schule, vom Fernsehen etc… überall lernen sie, dass sie sich so verhalten müssen, wie alle anderen und dass sie nichts mitzuteilen hätten.Der weiße Mann sagt seinen Kindern, dass sie von nichts eine Ahnung haben und dass deshalb ihr ganzes Leben zum Lernen da sei. In den Schulen sagen sie ihnen, dass sie hier für das Leben lernen, und wenn danach vielleicht das Leben anfängt, dann müssen sie noch immer lernen.

Wir sagen unseren Kindern, dass sie das große Wissen in sich tragen und dass jeder Tag dazu da ist, um daraus zu schöpfen und dabei sich selbst sowie die Welt ständig neu zu erschaffen.Und überall, wo der weiße Mann die Erde berührt hat, ist sie verwundet.
Wir lehren unsere Kinder die Gesetze der Natur und des Lebens zu achten und dass sie ihr alles zurückgeben, was sie von ihr erhalten. Sie lernen, alleine auf ihre innere Stimme zu hören und so ihren Weg zu gehen.

Unsere Kinder wissen, dass sie ein Ausdruck des Großen Geistes sind. Es ist das, was sie sind, und sie sind das, was er ist (=Ich Bin, der/die Ich Bin). ER tut denkt und fühlt - was sie denken und fühlen und umgekehrt. Sie wissen, dass sie wertvoll sind, wie sie sind. Und unsere Kinder wissen, dass sie wichtig sind und dass ihr Leben ein besonderer Beitrag ist, für den Frieden unter den Menschen auf Mutter Erde.

Eure Frauen dürfen ihre schöpferischen Kräfte nicht mehr anwenden, sie werden in Kunststoffbekleidung gezwungen, so dass ihre Poren nicht mehr atmen können. Sie müssen aus wertloser Nahrung das Essen zubereiten, und anstatt der lebendigen Hitze des Feuers verwenden sie Strahlen, die zerstörerisch sind.. Und die Religion sagt ihnen, dass sie zu schweigen haben. Doch wenn die Kraft der Frau krank ist, dann ist die ganze Gesellschaft krank.

Eure kranken Menschen werden durch die erbarmungslosen Räder der Medizin geschickt, denn Krankheit ist bei Euch etwas, dass es zu bekämpfen gilt.

All dies geschieht deshalb, weil eure Gesellschaft auf der zerstörerischen Grundlage der Gier nach immer mehr und immer besserem aufgebaut ist. Dafür gebt ihr euer Leben - ihr arbeitet, bis ihr tot umfallt.

Es ist JETZT die ZEIT der Beschleunigung, und ihr seid angetrieben von der Hektik des täglichen Schaffens.

Genauso verhaltet ihr euch gegenüber der Erde, ihr zieht sie in die Spirale der unkontrollierten Beschleunigung. Je rastloser ihr werdet, desto rastloser wird auch die Erde, denn sie ist wie ihr ein Wesen von Intelligenz und Schönheit.

“Der Weiße Mann hat die Wissenschaft erfunden, weil er glaubt, dass er nichts wisse. Darin liegt aber die Ursache seiner Angst. Und wo Angst ist, dort ist Zerstörung.

Unsere Kinder erfahren, dass das große Wissen in ihnen selbst liegt, weil jede Zelle ihres Körpers die Erinnerung an alles trägt. Und wenn sie auf die Natur, auf Bruder Baum und auf die Tiere hören, dann fühlen sie sich mit allem verbunden. Daher können sie ihr Leben unbeschwert leben, weil es Ihnen an nichts fehlt. Sie haben gelernt, dass es nur eines gibt, was wirklich zählt; nämlich dass sie sich schöpferisch am Spiel des Lebens beteiligen.

Die Weltsicht der Wissenschaftler des weißen Mannes ist nur eine unter vielen, und sie ist sehr eng. Für die weißen Völker ist es sehr wichtig, Entdeckungen zu machen. Sie haben deshalb die Wissenschaft erfunden, weil sie glauben, dass sie nichts wissen. Deshalb können sie auch nicht wirklich die Zusammenhänge dieser Welt erklären. Sie können die Pyramidenbauten nicht erklären, ob hier bei uns oder in Ägypten. Sie können die Weisheit dieser Kulturen nicht erklären. Ob das Inka-Imperium, das Maya-Imperium, oder Stonehenge in England - das alles wird für sie ein Rätsel bleiben. Und ihre Frage, wie einfache Menschen fähig waren, solche Steine zu bewegen, um diese perfekten Bauwerke zu schaffen, bleibt unbeantwortet.

Ihr vom Westen habt uns angeblich ein großes Wissen gebracht, - und wir haben eine andere Wissenschaft. Es ist die Wissenschaft des Herzens. Wissenschaft ohne Verständnis des Schöpfers ist zerstörerisch. Nur das Wissen, dass die universelle Allgegenwart miteinbezieht, hat keine Grenzen. Das ist es was wir brauchen, damit die Kraft der Schöpfung in uns allen wieder zu leben beginnt. Die Erde ist nicht unser Besitz, und wir können mit ihr nicht machen, was wir wollen. Die Herrscher der Welt beginnen zu spüren, dass ihre Macht zu Ende geht. Wir benötigen jetzt die Macht der Menschen, die fähig sind, einen Neuen Weg zu gehen und die Rückanbindung zu vollziehen. Der weiße Mann sagt seinen Kindern, dass sie von nichts eine Ahnung haben und dass deshalb ihr ganzes Leben zum Lernen das sei. In den Schulen sagen sie ihnen, dass sie hier für das Leben lernen, und wenn danach vielleicht das Leben anfängt, dann müssen sie noch immer lernen. Wir sagen unseren Kindern, dass sie das große Wissen in sich tragen und dass jeder Tag dazu da ist, um daraus zu schöpfen und dabei sich selbst sowie die Welt ständig neu zu erschaffen.

Wir haben den weißen Mann beobachtet und auch seine Wege, weil er sich in unsere Welt hineindrängte und uns gezwungen hat, seinem Willen zu folgen und seine Vorstellungen zu teilen. Wir haben ihn in aller Stille beobachtet, und wir haben lange nicht darüber gesprochen. In der Schule wurde uns allen der Weg der Trennung und der Herrschaft der Menschheit über die Erde gelehrt. Das sind nicht unsere Wege, aber unsere Leute haben zugehört - und sie haben geschwiegen. Denn sie haben gelernt, dass sie sterben würden, wenn sie die vorherrschende Gesellschaft herausfordern. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, wo wir nicht mehr länger schweigen können. Wir wissen, dass es ZEIT ist, die TRENNUNGEN zu BEENDEN und die Weisheit unserer Herzen mitzuteilen.

Der weiße Mann hat uns gelehrt, dass Gott getrennt ist von uns, dass er in der Kirche verehrt werden muss, und dass der Kontakt mit Gott nur durch organisierte Religionen möglich ist.
Wir aber zeigen unseren Kindern, dass Gott oder wie auch immer ihr es nennen möget, Überall ist und zwar in jedem Baum, in jeder Blume, in jedem Blatt, in jeder Wolke, in jedem Berg/Stein/Sandkorn etc. also ÜBERALL!

Jede Blume hat den Geist in sich, das Bewusstsein der Urquelle.

Wir haben gelernt, dass der weiße Mann seine Religionen keineswegs ernster genommen hat, als seine Gesetze. Beide benützt er nur als Instrument, um auf andere Völker und Menschen Druck auszuüben. Bis heute hat er nicht erkannt, dass er sich damit nur selbst betrogen hat. Und überall, wo der weiße Mann die Erde berührt hat, ist sie verwundet. Wir lehren unsere Kinder die Gesetze der Natur und des Lebens zu achten und dass sie ihr alles zurückgeben, was sie von ihr erhalten. Sie lernen, alleine auf ihre innere Stimme zu hören und so ihren Weg zu gehen.

Der weiße Mann hat uns gesagt, dass es nur eine Art gibt, den großen Geist anzubeten und ihm zu dienen. Wir haben nie verstehen können, warum er dann die Menschen so verschieden behandelt. Unsere Kinder wissen, dass sie ein Ausdruck des Großen Geistes sind. Es ist das, was sie sind, und sie sind das, was er ist (=Ich Bin, der/die Ich Bin). ER tut denkt und fühlt - was sie denken und fühlen und umgekehrt. Sie wissen, dass sie wertvoll sind, wie sie sind. Und unsere Kinder wissen, dass sie wichtig sind und dass ihr Leben ein besonderer Beitrag ist, für den Frieden unter den Menschen auf Mutter Erde.

Wir haben die Weltsicht des Westens studiert und haben entdeckt, dass sie ein großes Problem hat. Sie trennt die Menschen untereinander und von der Natur. Dann können die Menschen die Natur nur noch als Gegenstand sehen und nicht mehr ihre Seele begreifen. Und von diesen Abgeschnittensein von der Natur - von den Sternen, den Tieren und den Pflanzen - kommt ihre große Einsamkeit. Diese Trennung bedeutet, dass viele nicht mehr die Freude genießen können, die ihnen die Natur bietet.

Magda Wimmer,

Die Maya: Weber der Zeit, Spieler des Universums Arkana Goldmann Verlag

*Worterklärung: Unter dem hier verwendeten Begriff “der weiße Mann” den alle indianischen, aboriginies und sonstigen Urvölker nehmen, ist folgendes zu verstehen: Diese Völker wussten, dass die westliche Welt eine rein männlich dominierte Ordnung und Kultur ist. Sie wissen auch, dass das weibliche Bewusstsein ein zyklisches und naturbezogenes ist. Dieses Bewußtsein haben die Urvölker, welches die Natur gewahrt und die Verbindung zwischen allen Teilen des Universums achtet. Wenn die Urvölker (wie hier zitiert wird im nachfolgenden Text) vom sog. Weißen Mann sprechen, dann meinen sie damit NICHT eine Rasse, sondern eine KULTURELLE HALTUNG! Sie bezeichnen damit den LEBENSSTIL DER ZERSTÖRUNG und der AUSBEUTUNG DER ERDE sowie KEINE ACHTUNG MEHR FÜREINANDER

(Quelle: zivil-isolation.blogspot.com)

Rede des Häuptlings Seattle

Die Rede des Häuptlings Seattle vor dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1855

Der große Häuptling in Washington sendet Nachricht, dass er unser Land zu kaufen wünscht. Der große Häuptling sendet uns auch Worte der Freundschaft und des guten Willens. Das ist freundlich von ihm, denn wir wissen, er bedarf unserer Freundschaft nicht. Aber wir werden sein Angebot bedenken, denn wir wissen, wenn wir nicht verkaufen, kommt vielleicht der weiße Mann mit Gewehren und nimmt sich unser Land. Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen oder die Wärme der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen - wie könnt Ihr sie von uns kaufen? Wir werden unsere Entscheidung treffen.

Was Häuptling Seattle sagt, darauf kann sich der große Häuptling in Washington verlassen, so sicher, wie sich unser weißer Bruder auf die Wiederkehr der Jahreszeiten verlassen kann. Meine Worte sind wie die Sterne, sie gehen nicht unter.

Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig, jede glitzernde Tannennadel, jeder sandige Strand, jeder Nebel in den dunklen Wäldern, jede Lichtung, jedes summende Insekt ist heilig, in den Gedanken und Erfahrungen meines Volkes. Der Saft, der in den Bäumen steigt, trägt die Erinnerung des roten Mannes.

Die Toten der Weißen vergessen das Land ihrer Geburt, wenn sie fortgehen, um unter den Sternen zu wandeln. Unsere Toten vergessen diese wunderbare Erde nie, denn sie ist des roten Mannes Mutter. Wir sind ein Teil der Erde, und sie ist ein Teil von uns.

Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern, die Rehe, das Pferd, der große Adler sind unsere Brüder. Die felsigen Höhen, die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys und die Menschen, sie alle gehören zur gleichen Familie.

Wenn also der große Häuptling in Washington uns Nachricht sendet, dass er unser Land zu kaufen gedenkt, so verlangt er viel von uns. Der große Häuptling teilt uns mit, dass er uns einen Platz gibt, wo wir angenehm und für uns leben können. Er wird unser Vater und wir werden seine Kinder sein. Aber kann das jemals sein? Gott liebt Euer Volk und hat seine roten Kinder verlassen. Er schickt Maschinen, um dem weißen Mann bei seiner Arbeit zu helfen, und baut große Dörfer für ihn. Er macht Euer Volk stärker, Tag für Tag. Bald werdet Ihr das Land überfluten wie Flüsse, die die Schluchten hinabstürzen nach einem unerwarteten Regen.

Mein Volk ist wie eine ablaufende Flut - aber ohne Wiederkehr. Nein, wir sind verschiedene Rassen. Unsere Kinder spielen nicht zusammen, und unsere Alten erzählen nicht die gleichen Geschichten. Gott ist Euch gut gesinnt, und wir sind Waisen. Wir werden Euer Angebot, unser Land zu kaufen, bedenken. Das wird nicht leicht sein, denn dieses Land ist uns heilig. Wir erfreuen uns an diesen Wäldern. Ich weiß nicht - unsere Art ist anders als die Eure.

Glänzendes Wasser, das sich in Bächen und Flüssen bewegt, ist nicht nur Wasser, sondern das Blut unserer Vorfahren. Wenn wir Euch das Land verkaufen, müsst Ihr wissen, dass es heilig ist, und Eure Kinder lehren, dass es heilig ist und dass jede flüchtige Spiegelung im klaren Wasser der Seen von Ereignissen und Überlieferungen aus dem Leben meines Volkes erzählt. Das Murmeln des Wassers ist die Stimme meiner Vorväter. Die Flüsse sind unsere Brüder - sie stillen unseren Durst. Die Flüsse tragen unsere Kanus und nähren unsere Kinder. Wenn wir unser Land verkaufen, so müsst Ihr Euch daran erinnern und Eure Kinder lehren: die Flüsse sind unsere Brüder - und Eure -, und Ihr müsst von nun an den Flüssen Eure Güte geben, so wie jedem anderen Bruder auch. Der rote Mann zog sich immer zurück vor dem eindringenden weißen Mann - so wie der Frühnebel in den Bergen vor der Morgensonne weicht. Aber die Asche unserer Väter ist heilig, ihre Gräber sind geweihter Boden, und so sind diese Hügel, diese Bäume, dieser Teil der Erde uns geweiht. Wir wissen, dass der weiße Mann unsere Art nicht versteht. Ein Teil des Landes ist ihm gleich jedem anderen, denn er ist ein Fremder, der kommt in der Nacht und nimmt von der Erde, was immer er braucht. Die Erde ist sein Bruder nicht, sondern sein Feind, und wenn er sie erobert hat, schreitet er weiter. Er lässt die Gräber seiner Väter zurück - und kümmert sich nicht. Er stiehlt die Erde von seinen Kindern - und kümmert sich nicht. Seiner Väter Gräber und seiner Kinder Geburtsrecht sind vergessen. Er behandelt seine Mutter, die Erde, und seinen Bruder, den Himmel, wie Dinge zum Kaufen und Plündern, zum Verkaufen wie Schafe oder glänzende Perlen. Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurücklassen als eine Wüste.

Ich weiß nicht - unsere Art ist anders als die Eure. Der Anblick Eurer Städte schmerzt die Augen des roten Mannes. Vielleicht, weil der rote Mann ein Wilder ist und nicht versteht. Es gibt keine Stille in den Städten der Weißen. Keinen Ort, um das Entfalten der Blätter im Frühling zu hören oder das Summen der Insekten.

Aber vielleicht nur deshalb, weil ich ein Wilder bin und nicht verstehe. Das Geklapper scheint unsere Ohren zu beleidigen. Was gibt es schon im Leben, wenn man nicht den einsamen Schrei des Ziegenmelkervogels hören kann, oder das Gestreite der Frösche am Teich bei Nacht? Ich bin ein roter Mann und verstehe das nicht. Der Indianer mag das sanfte Geräusch des Windes, der über eine Teichfläche streicht - und den Geruch des Windes, gereinigt vom Mittagsregen oder schwer vom Duft der Kiefern. Die Luft ist kostbar für den roten Mann - denn alle Dinge teilen denselben Atem - das Tier, der Baum, der Mensch - sie alle teilen denselben Atem. Der weiße Mann scheint die Luft, die er atmet, nicht zu bemerken; wie ein Mann, der seit vielen Tagen stirbt, ist er abgestumpft gegen den Gestank. Aber wenn wir Euch unser Land verkaufen, dürft Ihr nicht vergessen, dass die Luft ihren Geist teilt mit all dem Leben, das sie enthält. Der Wind gab unseren Vätern den ersten Atem und empfängt ihren letzten. Und der Wind muss auch unseren Kindern den Lebensgeist geben. Und wenn wir Euch unser Land verkaufen, so müsst Ihr es als ein besonderes und geweihtes schätzen, als einen Ort, wo auch der weiße Mann spürt, dass der Wind süß duftet von den Wiesenblumen.

Das Ansinnen, unser Land zu kaufen, werden wir bedenken, und wenn wir uns entschließen anzunehmen, so nur unter einer Bedingung. Der weiße Mann muss die Tiere des Landes behandeln wie seine Brüder.

Ich bin ein Wilder und verstehe es nicht anders. Ich habe tausend verrottete Büffel gesehen, vom weißen Mann zurückgelassen - erschossen aus einem vorüberfahrenden Zug. Ich bin ein Wilder und kann nicht verstehen, wie das qualmende Eisenpferd wichtiger sein soll als der Büffel, den wir nur töten, um am Leben zu bleiben. Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht, geschieht bald auch den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden.

Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Ihr müsst Eure Kinder lehren, dass der Boden unter ihren Füßen die Asche unserer Großväter ist. Damit sie das Land achten, erzählt ihnen, dass die Erde erfüllt ist von den Seelen unserer Vorfahren. Lehrt Eure Kinder, was wir unsere Kinder lehren: die Erde ist unsere Mutter. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Wenn Menschen auf die Erde spucken, bespeien sie sich selbst. Denn das wissen wir, die Erde gehört nicht den Menschen, der Mensch gehört zur Erde - das wissen wir. Alles ist miteinander verbunden, wie das Blut, das eine Familie vereint. Alles ist verbunden. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selber an. Nein, Tag und Nacht können nicht zusammenleben. Unsere Toten leben fort in den süßen Flüssen der Erde, kehren wieder mit des Frühlings leisem Schritt, und es ist ihre Seele im Wind, der die Oberfläche der Teiche kräuselt.

Das Ansinnen des weißen Mannes, unser Land zu kaufen, werden wir bedenken. Aber mein Volk fragt, was denn will der weiße Mann? Wie kann man den Himmel oder die Wärme der Erde kaufen, oder die Schnelligkeit der Antilope? Könnt Ihr denn mit der Erde tun, was Ihr wollt, nur weil der rote Mann ein Stück Papier unterzeichnet und es dem weißen Manne gibt? Wenn wir nicht die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers besitzen, wie könnt Ihr sie von uns kaufen? Könnt Ihr die Büffel zurückkaufen, wenn der letzte getötet ist?

Wir werden Euer Angebot bedenken. Wir wissen, wenn wir nicht verkaufen, kommt wahrscheinlich der weiße Mann mit Waffen und nimmt sich unser Land. Aber wir sind Wilde. Der weiße Mann, vorübergehend im Besitz der Macht, glaubt, er sei schon Gott, dem die Erde gehört. Wie kann ein Mensch seine Mutter besitzen?

Wir werden Euer Angebot, unser Land zu kaufen, bedenken. Tag und Nacht können nicht zusammenleben. Wir werden Euer Angebot bedenken, in das Reservat zu gehen. Wir werden abseits und in Frieden leben. Es ist unwichtig, wo wir den Rest unserer Tage verbringen. Unsere Kinder sahen ihre Väter gedemütigt und besiegt. Unsere Krieger wurden beschämt. Nach Niederlagen verbringen sie ihre Tage müßig, vergiften ihren Körper mit süßer Speise und starkem Trunk.

Es ist unwichtig, wo wir den Rest unserer Tage verbringen. Es sind nicht mehr viele. Noch wenige Stunden, ein paar Winter, und kein Kind der großen Stämme, die einst in diesem Land lebten oder jetzt in kleinen Gruppen durch die Wälder streifen, wird mehr übrig sein, um an den Gräbern eines Volkes zu trauern, das einst so stark und voller Hoffnung war wie das Eure. Aber warum soll ich trauern über den Untergang meines Volkes. Völker bestehen aus Menschen, aus nichts anderem. Menschen kommen und gegen wie die Wellen im Meer. Selbst der weiße Mann, dessen Gott mit ihm wandelt und redet, wie Freund zu Freund, kann der gemeinsamen Bestimmung nicht entgehen. Vielleicht sind wir doch Brüder. Wir werden sehen.

Eines wissen wir, was der weiße Mann vielleicht eines Tages erst entdeckt: unser Gott ist derselbe Gott. Ihr denkt vielleicht, dass Ihr ihn besitzt, so wie Ihr unser Land zu besitzen trachtet. Aber das könnt Ihr nicht. Er ist der Gott der Menschen, der Roten und der Weißen gleichermaßen. Dieses Land ist ihm wertvoll und die Erde verletzen heißt ihren Schöpfer verachten.

Auch die Weißen werden vergehen, eher vielleicht als alle anderen Stämme. Fahret fort, Euer Bett zu verseuchen, und eines Nachts werdet Ihr im eigenen Abfall ersticken. Aber in Eurem Untergang werdet Ihr hell strahlen, angefeuert von der Stärke des Gottes, der Euch in dieses Land brachte und Euch bestimmte, über dieses Land und den roten Mann zu herrschen. Diese Bestimmung ist uns ein Rätsel. Wenn die Büffel alle geschlachtet sind, die wilden Pferde gezähmt, die heimlichen Winkel des Waldes, schwer vom Geruch vieler Menschen und der Anblick reifer Hügel geschändet von redenden Drähten - wo ist das Dickicht - fort, wo der Adler - fort. Und was bedeutet es, Lebewohl zu sagen dem schnellen Pony und der Jagd: Das Ende des Lebens und der Beginn des Überlebens.

Gott gab Euch Herrschaft über die Tiere, die Wälder und den roten Mann, aus einem besonderen Grund. Doch dieser Grund ist uns ein Rätsel. Vielleicht könnten wir es verstehen, wenn wir wüßten, wovon der weiße Mann träumt, welche Hoffnungen er seinen Kindern an langen Winterabenden schildert und welche Visionen er in ihre Vorstellungen brennt, so dass sie sich nach einem Morgen sehnen. Aber wir sind Wilde. Die Träume des weißen Mannes sind uns verborgen. Und weil sie uns verborgen sind, werden wir unsere eigenen Wege gehen. Denn vor allem schätzen wir das Recht eines jeden Menschen, so zu leben, wie er selber es wünscht, gleich wie verschieden von seinen Brüdern er ist. Das ist nicht viel, was uns verbindet.

Wir werden Euer Angebot bedenken. Wenn wir zustimmen, so nur, um das Reservat zu sichern, das Ihr versprochen habt. Dort vielleicht können wir unsere kurzen Tage auf unsere Weise verbringen.

Wenn der letzte rote Mann von dieser Erde gewichen ist und sein Gedächtnis nur noch der Schatten einer Wolke über der Prärie, wird immer noch der Geist meiner Väter in diesen Ufern und diesen Wäldern lebendig sein. Denn sie liebten diese Erde, wie das Neugeborene den Herzschlag seiner Mutter.

Wenn wir Euch unser Land verkaufen, liebt es, so wie wir es liebten, kümmert Euch, so wie wir uns kümmerten, behaltet die Erinnerung an das Land, so wie es ist, wenn Ihr es nehmt. Und, mit all Eurer Stärke, Eurem Geist, Eurem Herzen, erhaltet es für Eure Kinder und liebt es, so wie Gott uns alle liebt. Denn eines wissen wir, unser Gott ist derselbe Gott. Diese Erde ist ihm heilig. Selbst der weiße Mann kann der gemeinsamen Bestimmung nicht entgehen.
Vielleicht sind wir doch Brüder. Wir werden sehen.

Gib acht

Gib acht auf deine Träume,
indem du an sie denkst wie an Freunde.


Genieße die Schönheit des Augenblicks,
das Flüstern des Windes, das Plätschern einer Quelle,
den geheimnisvollen Halbschatten
des Unterholzes.


Lauf durch das hohe Gras, höre die Ameisen reden,
die nie den alten Weg vergaßen.


Suche einen Baum, berühre die Blätter.
Das ist ein Blatt sieh her, es ist grün,
es hat Adern, so ist es geformt, greif’s an!


Berühre das Blatt, der Zweig zittert mit.
Deine Hand greift ungestüm, zärtlich
nach dem, was ich ihr zeige.


Sei wie ein Kind mit seinem Staunen über
alle Dinge
und die Zeit wird still stehen.


Erwarte nichts von den anderen,
wenn du selbst noch nichts gegeben hast.


Betrachte die Welt nicht mehr voller Unruhe,
dann strahlt das Licht des Tages aus deinen Augen,
sie sind der Spiegel deiner Seele. …


nur auf dem Pfad der Nacht erreichst du die
Morgenröte …

(How Kola)

Indianerweisheiten

www.gbbilder.net

Die Erde ist unsere Mutter

Lehrt eure Kinder, was wir unsere Kinder lehrten.
Die Erde ist unsere Mutter. Was die Erde befällt,
befällt auch die Söhne und Töchter der Erde.
Denn eines wissen wir: Die Erde gehört nicht dem Menschen
- der Mensch gehört zur Erde.
Alles ist miteinander verbunden wie das Blut,
das eine Familie vereint.

(Häuptlings Seattle vor dem Präsidenten der USA im Jahre 1855)

Der Wind ist meine Mutter: Leben und Lehren eines indianischen Schamanen

Meine Kinder…

…auf dem Weg durch euer Leben
fügt niemandem Leid zu, seid niemals Anlass,
dass ein anderer betrübt ist.
Im Gegenteil:
Wann immer ihr einen Menschen glücklich
machen könnt, tut es!

(Spruch der Winnebago)

Illustriertes Notizbuch mit Indianerweisheiten: Viel Platz für Gedanken und Erlebnisse. Mit über 60 Weisheiten und Stimmungsvollen Illustrationen aus der Welt der Indianer